Navigationsweiche Anfang

Navigationsweiche Ende

Stand und Perspektiven der sportwissenschaftlichen Geschlechterforschung

 

25. Jahrestagung der dvs-Kommission Geschlechterforschung (15. bis 17. November in Wuppertal)

Im Jahr 2018 findet die 25. Jahrestagung der dvs-Kommission Geschlechterforschung statt, die als Kommission „Frauenforschung in der Sportwissenschaft“ 1992 gestartet ist und seit 1994 jährlich stattgefunden hat. Das Jubiläum gibt Anlass, eine aktuelle Standortbestimmung vorzunehmen und Perspektiven für die zukünftige Arbeit zu entwerfen. Dies ist aber auch angesichts aktueller gesellschaftspolitischer und forschungsthematischer Entwicklungen dringend notwendig: So scheint in der Sportwissenschaft „Inklusion“ derzeit das Thema zu sein, mit dem wissenschaftliche Aufmerksamkeit erregt und Forschungsgelder akquiriert werden können. Die Vielzahl entsprechender Publikationen und Vortragstitel auf sportwissenschaftlichen Tagungen sowie die beabsichtigte Gründung eines ad-hoc Ausschusses Inklusion in der dvs zeugen davon. Demgegenüber scheinen in den letzten Jahren geschlechtsbezogene Fragestellungen weniger intensiv verfolgt zu werden, obwohl diese in einer weiten Auslegung des Inklusionsbegriffs, in der Geschlecht als eine Kategorie unter anderen firmiert, durchaus thematisiert werden könnten. Ähnlich verhält es sich mit dem Heterogenitäts- bzw. Diversitydiskurs (in den Erziehungswissenschaften), in dem Geschlecht ebenso mitgedacht wie unterzugehen scheint (vgl. Rendtorff, 2013). Es stellt sich daher die Frage, welchen Stand und Stellenwert die sportwissenschaftliche Geschlechterforschung heute hat und zukünftig haben sollte.
Ausgehend von dieser Zustandsbeschreibung sollen im Rahmen der Jahrestagung u. a. folgende Themen diskutiert werden: 

Welche Chancen birgt das explizite Mitdenken von Geschlecht in Differenzansätzen wie Inklusion, Intersektionalität oder Diversity? 

Welche theoretischen und empirischen Perspektiven jenseits binärer Geschlechtercodierungen gibt es in der sportwissenschaftlichen Geschlechterforschung? Welche sollten weiter verfolgt werden?

Wie ist die Sichtbarkeit und Relevanz in der sportwissenschaftlichen Geschlechterforschung aktuell einzuschätzen?

Welches sind aus einer gendertheoretischen Perspektive zukünftige  Herausforderungen in den verschiedenen Sportsettings (Schule, Verein, Leistungssport etc.)?

 

Literatur

Rendtorff, B. (2013). "mitgedacht" - Geschlecht als diskursive Figur. In E. Kleinau & B. Rendtorff (Hrsg.), Differenz, Diversität und Heterogenität in erziehungswissenschaftlichen Diskursen (S. 13-25). Opladen u.a.: Budrich.

 

 

Tagungsleitung

Prof. Dr. Judith Frohn

Bergische Universität Wuppertal 

Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften

Institut für Sportwissenschaft – Arbeitsbereich Sportdidaktik

Fuhlrottstr. 10

42119 Wuppertal

Tel.: (0202) 439-2010

E-Mail: frohn{at}uni-wuppertal.de